
Christian: Von Granada aus ging es wieder an die Küste. Schließlich waren wir nach einer Woche ohne Meer schon etwas auf Entzug. Ziel war das Cabo de Gata in der Nähe von Almeria. Schon in der Anfahrt auf Almeria staunten wir immer wieder über die bizarre Wild-West-Mondlandschaft durch die wir fuhren.

Eine kurze Recherche nach der Ankunft später war uns klar – das gucken wir uns am nächsten Tag genauer an. Unsere Fahrt führte uns nämlich durch die Desierto de Tabernas, Europas einziger Wüste, die in der Vergangenheit Drehort unzähliger Filme, vor allem Western war. Spiel mir das vom Tod, Die glorreichen 7, Conan der Barbar, Indiana Jones, Lawrence von Arabien, auch Game of Thrones und der Schuh des Manitu, vor allem aber Vier Fäuste für ein Halleluja wurden hier zum Teil gedreht (die Liste lässt sich unendlich fortführen).
Über kahle Berge und durch trockene Schluchten wanderten wir dann am nächsten Tag auf Bud Spencers Spuren – toll! (Einen Besuch in einer der drei recht folkloristischen Westernstädte, die eigens für die Filmdrehs gebaut wurden, sparten wir uns dann aber doch…).
Weiter ging es ganz langsam die Costa Blanca (viel Beton, eher wenig Natur – so unser Eindruck) entlang. Bei deutlich kühleren Temperaturen (so um die 16Grad) und kürzeren Tagen verbrachten wir viel Zeit in Decken eingemummelt und Tee trinkend damit, unseren Trip auf die Galapagosinseln zu planen. So wurde uns zumindest in Gedanken warm.

Linda: Auf einen kurzen Abstecher fuhren wir nach Valencia. Abends saßen wir auf einer kleinen Plaza und aßen Paella Valenciana und gegrilltes Gemüse, während eine Tanzgruppe/Tanzkurs auf der Plaza Lindy Hop tanzte. Es hat total Spaß gemacht ihnen dabei zuzusehen.

Einen der schönsten Stellplätze bisher fanden wir nahe Peniscola: Mit Blick auf die, auf einem kleinen Felsen ins Meer hinausragende Stadt, standen wir eine Nacht direkt an der felsigen Küste mit 1a Meerblick und dazu wunderbar sonnigem und mildem Wetter – einfach nur herrlich! Da uns vorher schon häufiger etwas kalt gewesen war, hatten wir für den nächsten Abend einen Spa-Besuch gebucht. Das war auch ganz gut so, denn die darauffolgende Nacht war die kälteste bisher.

Am Mittwoch ließen wir Moby Dick schweren Herzens auf einem Parkplatz am Flughafen in Barcelona zurück – ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns nächste Woche in Turin erwartet. Dann ging es aber mit gar nicht mehr schwerem Herzen nach Barcelona zu Amanda, Jose und Roc. Wir verbrachten zwei super schöne Abende und einen Tag bei den dreien. Vielen Dank für alles!
Irgendwie lustig, dass ich alle drei Freundinnen, die wir bisher auf dieser Reise getroffen haben, aus Hildesheim kenne. Ein Hoch auf Hildesheim!
Von Barcelona fuhren wir bei stetig schlechter werdendem Wetter in knapp drei Tagen bis nach Italien. Nun sitzen wir ein vorerst letztes Mal bei Tee und Musik in unsere Decken eingemummelt in Moby Dick. Wenn ich darüber nachdenke werde ich richtig traurig. Dabei ist es schon gut so, wie wir es geplant haben. Es wird doch zunehmend ungemütlich und ich glaube, wir haben genau die richtigen Monate ausgewählt, um Europa für eine Weile den Rücken zu kehren. Und wenn ich nun wiederum darüber nachdenke, überkommt mich totale Vorfreude auf die neuen Herausforderungen und Erfahrungen, die wir in Ecuador, Panama und Costa Rica machen werden. Jetzt freuen wir uns aber erstmal auf ein paar Tage mit Rita und Umberto im Piemont, wo wir uns eine Ferienwohnung gemietet haben.
















