Kennt ihr diese Entspannungs„Musik“, die beispielsweise in einer Wellnesslandschaft läuft: Vogelgezwitscher von allen Seiten, Blätterrauschen, ab und zu eine Biene die summend vorbei fliegt oder der fast lautlose Flügelschlag eines Schmetterlings?! Das ist in etwa die Geräuschkulisse, die uns seit Donnerstag früh umgibt. Ok, ab und zu kräht auch ein Hahn oder man hört auch mal Motorengeräusche oder etwas Musik, aber ansonsten trifft es das ziemlich gut.

Durch die großzügige Verspätung unseres Fluges von Baltra (Galapagos) nach Guayaquil war unser Zeitplan etwas durcheinander geraten. Völlig erschöpft kamen wir abends im Hotel an und entschlossen uns, unsere Pläne etwas anzupassen. Statt gleich am nächsten Morgen, nahmen wir erst abends einen Bus in Richtung Loja (nahe der peruanischen Grenze im südlichen Hochland). So gewannen wir einen Tag in Guayaquil, den wir für einen Spaziergang entlang des relativ neu angelegten Malecón am Flussufer und auf den Altstadthügel Las Peñas nutzten.

Meine Sorge, vielleicht abends kein Ticket mehr für den Bus zu bekommen (man kann die Busfahrkarten hier immer nur am Busbahnhof selber kaufen, und der liegt meistens etwas außerhalb der Stadt…), war vollkommen unbegründet. Um nicht all zu lange am Busbahnhof warten zu müssen, entschieden wir uns für den Bus 1. Klasse um 21.00 Uhr.

Die Sitze waren tatsächlich verhältnismäßig bequem und die Busfahrt recht entspannt. Da es die meiste Zeit bergauf ging (bis auf ca. 1700m) hatte ich leider ziemlich mit Ohrendruck zu kämpfen, so dass für mich an Schlaf trotzdem kaum zu denken war. Wir hatten darauf spekuliert, dass der Bus bestimmt etwas Verspätung hätte, aber nix da, pünktlich nach nicht einmal 7 ½ Stunden kamen wir um 4:20 Uhr in Loja an. Dort warteten wir auf den ersten Bus nach Vilcabamba (ins Tal der 100jährigen) um 6:00 Uhr und kamen dann eine Stunde später völlig übermüdet aber glücklich hier im Izhcayluma „Resort“ an. Viel zu tun gibt es hier nicht und so genießen wir es, einfach mal zu sein und die Eindrücke der letzten zwei Wochen zu verarbeiten. Morgens mache ich beim Yoga mit, das hier einmal täglich für Hotelgäste umsonst ist und den Rest des Tages vertrödeln wir in der Hängematte, beim Beobachten bunter Schmetterlinge, Kolibris und anderer Vögel oder bei einem kleinen Spaziergang stets mit Blick auf die wunderschönen grünen Berge rundum – ach ja, und eine Massage gab es auch noch für mich.




Yogastudio mit Ausblick
Da Christian eine Erkältung erwischt hatte, entschlossen wir uns einen Tag länger als ursprünglich geplant in Vilcabamba zu bleiben – kein großes Opfer. Am Montag morgen ging es dann mit dem (in diesem Fall privaten) Shuttelbus in 5 Stunden bis nach Cuenca.

Die Stadt gefiel uns gleich auf Anhieb total gut. Es herrscht irgendwie eine entspannte und moderne Atmosphäre und trotzdem wandelt man in der Welt-Kulturerbe-Altstadt durch alte Straßen und vorbei an historischen Gebäuden. Am Dienstag nahmen wir nach einem sehr leckeren Frühstück in unserem Hostel an einer Free-walking-Tour durch die Altstadt teil. Die beeindruckende „neue“ Kathedrale stand ebenso auf dem Programm, wie eine Markthalle, der Blumenmarkt und das Museum der Toquilla-Hüte (besser und fälschlicherweise bekannt als Panamahut).


lecker
Nachmitttags statteten wir dem archäologischen Pumapungo-Museum einen Besuch ab. Zu sehen gab es allerhand aus dem Leben der unterschiedlichen Volksgruppen Ecuadors inklusive echter Schrumpfköpf (wirkliche gruselig) aus dem Amazonasgebiet. Abends fuhren wir dann noch hoch zum Mirador de turi und beobachteten bei einem Becher Tee, wie es langsam dunkler wurde und die Lichter der Stadt zu funkeln begannen.

Am Mittwoch fuhren wir mit dem Bus 2,5 Stunden nach Ingapirca. Dort gibt es die einzigen nennenswerten Inkaruinen in Ecuador zu sehen. Für alle, die in Peru waren, ist die Anlage sicher keinen Besuch wert, aber wir fanden es ganz spannend. Besonders interessant ist, dass dort nicht nur bereits seit 500 v.Chr. die Canari (ein Ureinwohnervolk aus Ecuador) lebten, sondern dass sie dies nach der Eroberung durch die Inka Seite an Seite mit diesen taten. Man heiratete untereinander und lebte friedlich gemeinsam, während beide Völker weiterhin ihre eigenen Götter (die Canari den Mond, die Inka die Sonne) anbeteten und die eigene Bauweise der Häuser fortsetzte. Dadurch kann man in Ingapirca Ruinen beider Völker besichtigen.

In Cuenca schüttet es gerade wie aus Kübeln. Wir hoffen auf besseres Wetter für unser nächstes Ziel – den Quilotoa Loop.






































