
Nach unserem Abstecher nach Gibraltar zog es uns in Richtung Granada. Mein Sprachkurs war gebucht und ich ganz heiß drauf mal wieder was für den Kopf zu tun. Unterwegs hielten wir an dem See Fuente de Piedra in der Hoffnung, dass auch Linda noch den ein oder anderen Flamingo zu sehen bekam. Und siehe da:

Weiter ging es nach Granada. Ein Blick auf die Wettervorhersage warnte uns schon – die Woche wird’s frisch. Nachts waren sogar Minusgrade angesagt…brrrrrr….

Nichtsdestotrotz freute (vor allem) ich mich auf die Woche, auch wenn es schon ein komisches Gefühl war, am Montag um 7 Uhr vom Wecker geweckt zu werden, um in die Schule (!) zu fahren. Dick eingemummelt in Schal und Mütze ging‘s mit dem Rad zur Escuela Montalban – ich hatte totales Glück! Wir waren nur zwei Schüler (auf ähnlichem Niveau) und hatten in Paco einen super guten und lustigen Lehrer. Die 4 Stunden am Tag verflogen regelrecht und ich (hab zumindest das Gefühl ich) habe echt viel gelernt.
Abends testeten wir mehrfach eine liebgewonnene andalusische Tradition (ganz besonders in Granada): In den Tapasbars gibt es zu jedem Getränk einen gratis Tapa. So kann man sich kostengünstig ganz vorzüglich durch verschiedene Lokale schlemmen.

Das Highlight der Woche gab es aber zum Abschluss – der Besuch der Alhambra. Schon die ganze Woche warf sie, allgegenwärtig auf ihrem Hügel thronend, ihre Schatten voraus.

Wir beide hatten uns im Vorfeld nicht sehr mit der Alhambra beschäftigt – dementsprechend hatten wir keine konkreten Erwartungen an unseren Besuch dort. Mit Audioguide bewaffnet schlenderten wir durch die ersten Teile dieser alten maurischen Stadtburg, in der Ferne die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada. Ganz langsam vertrieb die Sonne die Kälte.

Wirklich grandios war dann der Besuch der Nasriden-Paläste. Hier befanden sich der Regierungssitz und die Privaträume der islamischen Herrscher. Man wusste zeitweise gar nicht, wo man hingucken sollte. Eine solche Detailverliebtheit und Pracht – weder in Worte, noch in Fotos zu fassen (versuchen musste ich es aber…). Immer wenn man dachte, „jetzt ist aber gut!“, kam ein neuer Raum oder ein neuer Hof, der einzigartig gestaltet und verziert war. Nach dem Besuch mussten wir erst einmal durchatmen und die Augen ausruhen. Die Nasriden haben sich das wirklich schön gemacht…


Nach einer Stärkung ging es dann zur Alcazaba. Der Festungsbereich der Alhambra, mit seiner Mauer und den Türmen, bot spektakuläre Blicke auf Granada und die Sierra Nevada. Ein abschließender Spaziergang durch die Gärten der „Generalife“ rundete unseren Besuch ab.


Linda: Bleibt die Frage: was hat Linda eigentlich gemacht, während Christian so fleißig in der Schule war? Zunächst mal habe ich morgens abgewartet, bis ich mich überwinden konnte, mich aus den drei Decken zu schälen und mich hinaus in den kalten Tag zu wagen. Teilweise waren morgens nur 10°C im Bus – das fand ich doch recht frisch. Da aber überwiegend die Sonne schien, waren die Vormittage richtig schön und vergingen viel zu schnell mit: einer Runde laufen oder Pilates machen, in Ruhe frühstücken, abwaschen, Wäsche waschen, telefonieren und im Ecuador-Reiseführer stöbern.



























