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Die Nicoya Halbinsel

Über die letzten Wochen sind wir doch ein wenig reisemüde geworden. Kein Wunder, sind wir doch schon so lange unterwegs und haben wir doch ein ganz ordentliches Reisepensum hinter uns. Unsere Rückreise bereits im Kopf und ein stetiges Auge auf die Nachrichten aus Italien, entschieden wir uns, die letzten Tage ganz entspannt anzugehen.

In einer Woche Strand auf der Nicoya Halbinsel haben wir unseren Sonnenakku für den März in Europa nochmal bis zum Anschlag aufgeladen. Unzählige eiskalte Kokosnüsse, ein letztes Mal surfen ohne Neo, 7 schöne Sonnenuntergänge.

Nach einigen Tagen in Samara mit
a) dem vorerst letzten Versuch Buckelwale auf einer Tour zu erspähen (leider vergeblich; dafür konnten wir uns von jeder Menge Delfinen und einigen Meereschildkröten verabschieden, die uns sehr nahe kamen)

und

b) einer Bootstour auf dem Tempeste Fluss im Palo Verde Nationalpark (mit 100en (!) Krokodilen und vielen Vögeln),

hat uns vor allem unser Aufenthalt in Santa Teresa gefallen. Zum einen lag es an der entspannten Atmosphäre im Ort und dem Traumstrand. Zum anderen genossen wir es, in unserer Unterkunft (eine kleines Studio, ganz für uns alleine, ganz große Klasse) endlich mal wieder eine eigene Küche zu haben. 3 Tage ein bisschen wie zu Hause.

Nach einer Übernachtung in San Jose ging es zu unserem letzten Stop auf unserer Reise, den Tortuguero Nationalpark.

Gewinnt keinen Architekturpreis: San Jose

Tortuguero Naionalpark

2 Nächte Vollpension in der Mawamba Lodge sollten es sein. Noch einmal sich um nichts kümmern müssen. Vom Tortuguero Nationalpark haben wir nur Gutes gehört. Reisende und Berichte schwärmten von dem Park, der nur mit dem Boot zu erreichen und berühmt für seine Artenvielfalt ist.

Früh morgens um 6 holte uns das Shuttle ab – ein großer Reisebus, der auch schon gut gefüllt war. Ein kleiner Vorgeschmack, auf das, was uns erwartete. Nach insgesamt 4 Stunden Busfahrt kamen wir am Bootsanleger an. Und zwar nicht nur wir, sondern auch unzählige andere Touristen, die ein paar Tage in einer der „Urwaldlodges“ verbringen wollten.

Nun ja, nach weiteren 1,5h mit dem Boot erreichten wir unsere Unterkunft und bezogen unser Bungalow. Die Lodge ist schön gelegen: auf der einen Seite das karibische Meer, auf der anderen Seite die Tortuguero-Lagune. Auf dem Gelände selber ein riesen Pool und jede Menge Gelegenheiten, es sich gemütlich zu machen.

Inklusive in unserem Paket waren 3 „Touren“, von denen man leider 2 nicht wirklich als Tour bezeichnen konnte.

„Tour“ 1 war ein Ausflug in das Dorf Tortuguero – den fanden wir wirklich schlimm! Mit unserer ca. 30köpfigen Gruppe schoben wir uns durch den mit Souvenirläden gespickten Ort. Regelmäßig kamen uns die Gruppen anderer Lodges entgegen. Es kam vor, dass wir mit drei Gruppen zusammenstanden, während alle drei Guides gleichzeitig unterschiedliche Sachen erzählten (leider auch furchtbar uninteressante Sachen) – ein heilloses Durcheinander. Als wir dann einmal durchs Dorf waren, hatten wir endlich „Freizeit“. Die nutzten wir für eine Pipa Fria und einen schönen Strandspaziergang zurück zur Lodge.

„Tour“ 2 sollte eine Wanderung durch den Dschungel auf dem Grundstück der Lodge sein. Wir freuten uns auf ein erneutes Naturerlebnis, doch wir hatten die Rechnung ohne unseren Guide gemacht, der fing an, uns mittelschwer auf den Geist zu gehen. Anstatt mit uns die Natur zu entdecken, erzählte Piero (so hieß der Guide, der die ganze Zeit „für uns da war“) Geschichten ohne Ende. Sehr lang und entgegen seiner Annahme, nicht lustig! Tiere sahen wir kaum, da Piero sich lieber in stundenlangen Erklärungen und Geschichten über Bäume und Pflanzen ausließ. Das kann ja auch ganz interessant sein, aber nicht so. Immerhin eine interessante Sache durfte ich testen:

Wenn man diese rote Frucht lutscht, schmeckt für eine gewisse Zeit alles süß. Total verrückt, aber ich habs mit der Limette getestet – es stimmt wirklich.

Die 3. Tour war dann wirklich mal eine Tour. Wir fuhren mit einem kleinen Boot durch die Flussarme und hielten nach Tieren Ausschau. Zunächst wurden wir aber von einem heftigen Schauer erwischt:

Auch wenn Piero uns mit seinem ununterbrochenen Gelaber weiterhin gewaltig auf den Zeiger ging, hatten wir viel Spaß auf dem Ausflug. Wir konnten uns von den Klammeraffen, Brüllaffen und Kapuzineräffchen verabschieden. Sahen nochmals Kaimane, Basilisken, Leguane, jede Menge Vögel und zwei Faultiere. Der Dschungel, der zu beiden Seiten des Flusses aufragte, bot einen herrlichen Anblick.

Nach 2 Nächten hieß es dann schon wieder Sachen packen und zurück nach San Jose. Hier schreiben wir gerade diese Zeilen. Morgen Nachmittag geht unser Flieger zurück. Trotz der aktuellen Lage in Europa, freuen wir uns auf Moby Dick und 4 weitere Monate Sabbatjahr

Was bleibt von Costa Rica? Viel Natur, viele Tiere, viele Menschen, wunderschöne Nationalparks, tolle Strände, ein schmaleres Portemonnaie (man, ist das teuer hier! Teilweise teurer als in Hamburg) und natürlich: PURA VIDA!

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